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· Pressemitteilung

Demenz: Angehörige nicht alleine lassen

Fachkraft Monika Hammerla (2. von links) ging in der BRK-Tagespflege mit pflegenden Angehörigen von Demenzkranken in einen offenen Austausch. Zukünftig soll ein monatlicher Demenz-Stammtisch angeboten werden. Foto: Wolfgang Opppelt
Pflegedienstleiterin Julia Bulheller bedankte sich bei Referentin Monika Hammerla für die interessanten Informationen rund ums Thema Demenz. Foto: Wolfgang Opppelt

Eine Vortragsreihe zum Thema „Demenz verstehen und handeln, Stress vermeiden“ fand in der BRK-Tagespflege Untersteinbach statt. Pflegedienstleiterin Julia Bulheller holte dazu Monika Hammerla, Fachkraft für Gerontopsychiatrie und geriatrische Rehabilitation, in die Einrichtung.

Mit Dankbarkeit wurde dieser Kurs von vielen Betroffenen aus der Gemeinde wahrgenommen. Auch die Mitarbeitenden der BRK-Tagespflege bildeten sich weiter und kamen mit den Angehörigen in interessante Gespräche.

In den Vorträgen ging es um das Verstehen der Krankheit Demenz. Die Referentin verschafften Einblicke in die verschiedenen Stadien der Krankheit und zeigte den Teilnehmern, wie man mit positiver Zuwendung und gewissen Kommunikationstechniken (Validation) einen besseren Zugang zum Betroffenen bekommen kann. Emotionale Zuwendung statt Tadel und herausfordernde Stresssituationen, das Zusammenleben mit einem an demenzerkrankten Ehepartner oder Elternteil ist ein tiefer Einschnitt in das Leben. Ein reger Austausch und Problemaufarbeitung für Angehörige waren weiterer Schwerpunkt der Abende.

Auch die Gespräche, die zwischen dem Pflege- und Betreuungspersonal und den pflegenden Angehörigen, die 24 Stunden am Tag zuhause hautnah mit dieser tagtäglich herausfordernden Situation zurechtkommen müssen, waren für beide Seiten lehr- und hilfreich. Viele Angehörige stehen mit den Problemen häufig allein da. In der ländlichen Gegend sind Hilfsangebote wie Demenzgruppen leider aber schwer zugänglich. Daher wurde von Pflegedienstleiterin Julia Bulheller ein offener Demenz-Stammtisch für betroffene Angehörige angeboten. Zu wissen, dass man in dieser Situation nicht alleine ist und dass es keine Schande ist, sich anderen Betroffenen gegenüber zu öffnen, ist für viele eine große Erleichterung. In einem halben Jahr kommt Monika Hammerla wieder in die Einrichtung und trifft sich mit den Angehörigen zu einem Rückblick und möchte dann wissen, wie es den Betroffenen bis dahin ergangen ist.

Für die Zukunft ist geplant, dass sich die Gruppe jeden ersten Donnerstag im Monat in der Tagespflege zu offenen Gesprächen, Austausch und Aufarbeitung trifft. Es sind jederzeit neue Teilnehmer eingeladen vorbeizukommen. Gerne können sich Interessierte in der BRK-Tagespflege unter Tel. 09554 / 9230239 informieren bzw. anmelden.

Autor: Julia Bulheller / BRK