Hier informieren wir regelmäßig mit aktuellen Presseinformationen und Meldungen über die Arbeit des BRK Kreisverbands Haßberge.

· Pressemitteilung

Ehrenamtliches Engagement für die Hilfe am Nächsten

Elf Frauen und Männer haben die Grundausbildung zum Sanitätsdienst beim BRK absolviert. Mit Bestehen des Lehrgangs sind sie damit befähigt, bei Veranstaltungen, im Katastrophenschutz oder bei anderen Einsätzen qualifizierte medizinische Hilfe leisten zu können. Das Foto zeigt sie mit dem Ausbildungs- und Prüfungsteam (von rechts): Fabian Weber, Marco Firsching, Julianna Hümmer und Jonas Förtsch. Foto: Markus Roth / BRK
Im Zuge der Ausbildung wird auch die Reanimation geübt, unter anderem mit Anwendung eines AED und Beutel-Masken-Beatmung. Foto: Jonas Förtsch / BRK

Die Sanitätsdienstgrundausbildung bildet die Grundlage für das ehrenamtliche Engagement im Sanitätsdienst und im Bevölkerungsschutz innerhalb des Bayerischen Roten Kreuzes. Sie richtet sich vor allem an Helferinnen und Helfer, die bei Veranstaltungen, im Katastrophenschutz oder bei anderen Einsätzen medizinische Hilfe leisten möchten.

Ziel der Ausbildung ist es, die Kenntnisse aus der Erste-Hilfe-Ausbildung deutlich zu vertiefen und die Teilnehmenden darauf vorzubereiten, verletzte oder erkrankte Personen bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes kompetent zu versorgen oder bei Großveranstaltungen den Regelrettungsdienst zu entlasten. Federführend sei hier das Sander oder Zeiler Weinfest als Beispiel genannt.

Ein entsprechender Lehrgang fand auch in diesem Jahr wieder in Haßfurt beim BRK-Kreisverband statt. Insgesamt nahmen elf Frauen und Männer aus verschiedenen Bereichen und Bereitschaften daran teil. Auch die Feuerwehr Zeil hat diesmal zwei "externe" Teilnehmende geschickt.

Der Kurs begann am 6. Februar und erstreckte sich über mehrere Ausbildungstage bis zur Abschlussprüfung am 8. März. Die Lehrgangsleitung übernahm Julianna Hümmer, die gemeinsam mit dem Ausbilderteam durch die verschiedenen Ausbildungsinhalte führte.

Der Lehrgang umfasst 64 Unterrichtseinheiten, wobei eine Unterrichtseinheit 45 Minuten dauert. Die Ausbildung kombiniert theoretische Inhalte mit zahlreichen praktischen Übungen und Fallbeispielen, um die Anwendung der erlernten Maßnahmen unter realistischen Bedingungen zu trainieren. Voraussetzung für die Teilnahme ist ein gültiger Erste-Hilfe-Kurs, der nicht älter als ein Jahr sein sollte, sowie ein Mindestalter von 16 Jahren.

Inhaltlich vermittelt die Sanitätsdienstgrundausbildung zunächst medizinische Grundlagen. Dazu gehören Kenntnisse über Anatomie und Physiologie, insbesondere über Atmung, Herz und Kreislauf sowie über die Beurteilung von Vitalfunktionen. Darauf aufbauend lernen die Teilnehmenden, verschiedene Notfallsituationen zu erkennen und angemessen zu handeln. Behandelt werden unter anderem Bewusstseinsstörungen, Herz-Kreislauf-Notfälle, Schockzustände sowie weitere internistische Notfälle. Auch äußere Verletzungen und Traumata spielen eine wichtige Rolle. Dazu zählen beispielsweise Wunden, Knochenbrüche, Gelenkverletzungen oder Schädel-Hirn-Traumata.

Neben der medizinischen Theorie steht die praktische Anwendung im Mittelpunkt der Ausbildung. Die Teilnehmenden trainieren grundlegende Maßnahmen wie die Herz-Lungen-Wiederbelebung, die Anwendung eines automatisierten externen Defibrillators (AED), verschiedene Verbandstechniken sowie Maßnahmen zur Stabilisierung und Betreuung von Patienten. Auch der sichere Umgang mit medizinischen Materialien und Geräten wird eingeübt. Ergänzend werden wichtige Aspekte des Einsatzdienstes vermittelt, etwa Hygiene, Patientendokumentation, Kommunikation im Team und die Zusammenarbeit mit anderen Einsatzkräften wie Rettungsdienst, Feuerwehr oder Polizei.

Ein wesentlicher Bestandteil der Ausbildung sind realitätsnahe Fallbeispiele und Szenarien-Übungen. Sie ermöglichen es den angehenden Sanitäterinnen und Sanitätern, ihr Wissen in praxisnahen Situationen anzuwenden und Routine im Umgang mit Notfällen zu entwickeln. Gerade diese Übungen tragen dazu bei, Handlungssicherheit zu gewinnen und auch unter Stress strukturiert arbeiten zu können. Hier unterstützt dankenswerterweise die ehrenamtliche RUD-Gruppe (Realistische Unfalldarstellung) des BRK-Kreisverbandes mit ihren Schminkskills, um Wunden und Verletzungen sehr echt aussehen zu lassen.

Am Ende der Sanitätsdienstgrundausbildung steht eine Abschlussprüfung, die sowohl theoretische als auch praktische Elemente umfasst. Nach erfolgreichem Bestehen erhalten die Teilnehmenden die Qualifikation als Sanitäter im BRK. Damit sind sie befähigt, bei Sanitätsdiensten auf Veranstaltungen oder im Katastrophenschutz aktiv mitzuwirken und Menschen in medizinischen Notlagen zu helfen.

Wer Interesse hat, Mitglied einer Bereitschaft zu werden oder den Grundlehrgang Sanitätsdienst absolvieren möchte, kann sich beim BRK-Kreisverband melden. Ingrid Böllner oder Simone Gilley von der Servicestelle Ehrenamt geben gerne Auskunft. E-Mail-Kontakt: servicestelle.kv-has(at)brk(dot)de

Autor: Julianna Hümmer / BRK