Von Freitag, 26. Juni, 00:00 Uhr, bis einschließlich Montag, 29. Juni (16:00 Uhr), hat der Rettungsdienst des Bayerischen Roten Kreuzes im Landkreis Haßberge insgesamt rund 200 Einsätze abgewickelt. Darin sind sowohl sogenannte Notfalleinsätze, Notarzteinsätze und Krankentransporte inbegriffen.
Die tatsächliche Anzahl der Einsätze liegt allerdings noch etwas höher, da der ein oder andere Einsatz auch von Rettungswagen aus benachbarten Landkreisen (z.B. Coburg, Lichtenfels, Schweinfurt) übernommen wurde.
Rettungswagen aus benachbarten Landkreisen bzw. von benachbarten Rettungswachen kommen immer dann zum Einsatz, wenn die im Landkreis Haßberge stationierten Rettungswagen allesamt im Einsatz sind oder andere Rettungswagen, die zum Beispiel nach Abschluss eines anderen Einsatzes frei auf Rückfahrt zu ihrer Wache sind, das zum Notfallort am nächsten gelegene Rettungsmittel sind. Für die Abarbeitung und Disponierung der Einsätze ist die Integrierte Leitstelle (ILS) Schweinfurt verantwortlich.
Die meisten Einsätze gab es am Freitag mit rund 60, gefolgt vom Samstag mit rund 50. Am Sonntag und Montag (bis 16:00 Uhr) waren es jeweils um die 40.
Die Gründe für die Einsätze sind im Rahmen der „Hitzewelle“ die gleichen, wie auch an „normalen“ Wochenenden. Dazu zählen unter anderem internistische, chirurgische oder neurologische Notfälle ebenso wie sonstige Einsätze aller Art. Insgesamt reichen die Einsätze also z.B. vom Herzinfarkt über Frakturen, Stürze und Schlaganfälle bis hin zu Blutdruckentgleisungen, Intoxikationen und vielen anderen mehr.
Im Zuge der Hitzewelle am Wochenende war allerdings auffällig, dass eine vermehrte Anzahl der Einsätze mit den außergewöhnlich hohen Temperaturen zusammenhing. Als Beispiele seien hier Kreislaufbeschwerden, Kollaps, Sonnenstich, Flüssigkeitsverlust durch starkes Schwitzen und andere Ereignisse genannt.
Betroffen waren alle Altersgruppen – vom Jugendlichen bis zu hochbetagten Senioren. Wobei naturgemäß besonders ältere Menschen und Menschen mit Vorerkrankungen (Herz-Kreislauf, Lunge, multimorbide) von den Auswirkungen starker Hitze am stärksten betroffen sind. Das liegt an den Vorerkrankungen einerseits, andererseits trinken viele ältere Menschen zu wenig – das ist bei solchen Temperaturextremen natürlich nochmals gefährlicher.
Manche Patientinnen und Patienten konnten von den Besatzungen der BRK-Rettungswagen und Notarzteinsatzfahrzeuge vor Ort ambulant behandelt werden, manche verweigerten nach Erstversorgung auch einen Transport und damit eine weiterführende Behandlung in einer Klinik. Ein Großteil der Patientinnen und Patienten musste aber nach notfallmedizinischer Erstversorgung durch die Rettungsteams und/oder Notärzte anschließend zur weiteren Diagnostik, Behandlung und Überwachung der Vitalwerte in Kliniken eingeliefert werden.
Von der Hitze betroffen waren natürlich auch die BRK-Mitarbeiter in Rettungsdienst und bei der Sozialstation selbst. Der BRK-Kreisverband Haßberge sorgt als Arbeitgeber bei länger anhaltenden Temperaturen über 30 Grad dafür, für die Mitarbeitenden beispielsweise gratis Mineralwasser zum Trinken zur Verfügung steht. Generell wird den Kolleginnen und Kollegen, wie allen anderen Menschen auch, geraten, sich so gut wie möglich auf die außergewöhnlichen Temperaturen vorzubereiten, im Dienst viel zu trinken, den Aufenthalt in der direkten Sonne so gut es geht auf ein Mindestmaß zu reduzieren, für ausreichend Verschnaufpausen zu sorgen und gegenseitig aufeinander zu achten.
Des Weiteren sind beispielsweise sämtliche Einsatzfahrzeuge des Rettungsdienstes sowohl im Fahrer- als auch im Patientenraum mit Klimaanlagen ausgestattet, sodass die Temperatur auf ein erträgliches bzw. für die Patienten notwendiges Maß angepasst werden kann. Auch die Fahrzeuge der Sozialstation verfügen über Klimaanlagen.
Wie in vielen anderen Berufen leisten auch die BRK-Mitarbeitenden gerade im Rettungsdienst und in der Sozialstation bei diesen außergewöhnlich hohen Temperaturen jenseits der 30 Grad Celsius in vielen Fällen „Schwerstarbeit“ zur Versorgung von schwer erkrankten oder schwer verletzten Patienten sowie pflegebedürftigen Mitmenschen – und das rund um die Uhr.
Wenn Menschen in (medizinische) Notlagen geraten, ist die Hilfe des Rettungsdienstes oft die erste und einzige, die sie bei Notfällen erhalten. Insofern stehen die Rettungsteams das ganze Jahr an 365 Tagen für Hilfeersuchen aller Art bereit – egal ob bei 39 Grad im Sommer oder minus 15 Grad im Winter. „Das fordert von allen Mitarbeitenden ein hohes Maß an Einsatzbereitschaft und Verantwortungsbewusstsein gegenüber hilfsbedürftigen und uns anvertrauten Menschen“, sagt BRK-Kreisgeschäftsführerin Carina Küfner. „Dafür danke ich jedem Einzelnen aufrichtig.“
Das Bayerische Rote Kreuz betreibt im Landkreis Haßberge vier Rettungswachen in Haßfurt, Ebern, Hofheim und Eltmann sowie einen sogenannten Stellplatz in Schweinshaupten. Die Rettungswachen sind rund um die Uhr besetzt, der Stellplatz täglich von 8 bis 20 Uhr.
Insgesamt stellt das Bayerische Rote Kreuz an Werktagen fünf Rettungswagen, am Wochenende (Samstag und Sonntag) sind es tagsüber sechs. Zudem stehen in Haßfurt und Ebern von Montag bis Freitag insgesamt drei Krankentransportwagen zur Verfügung, am Samstag ist es einer.
An den Standorten in Haßfurt, Ebern und Hofheim ist zudem je ein Notarzteinsatzfahrzeug rund um die Uhr stationiert.
Im Rettungsdienst des BRK-Kreisverbandes Haßberge sind aktuell rund 65 Mitarbeitende hauptamtlich tätig. Hinzu kommen zwölf Auszubildende zum Notfallsanitäter und sechs Bundesfreiwilligendienstleistende. Unterstützt werden sie von einer Vielzahl von ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, die sich das ganze Jahr über in außerordentlicher Art und Weise engagieren und stets zur Stelle sind.
Autor: Michael Will


