Um für solche Situationen gut vorbereitet zu sein, lernen die Jugendlichen neben den Grundlagen der Ersten Hilfe auch weiterführende Maßnahmen. Die Ausbildung erfolgt durch das Bayerische Rote Kreuz (BRK) in Zusammenarbeit mit den jeweiligen Schulen. Ergänzend dazu gibt es einmal jährlich einen besonderen Praxistag, bei dem die Jugendlichen einen Blick hinter die Kulissen der professionellen Notfallversorgung werfen können.
Ein solcher Aktionstag fand am Dienstag, 22. September, am Haus Haßfurt der Haßberg-Kliniken statt. Rund 35 Schulsanitäterinnen und Schulsanitäter von den drei Realschulen aus Ebern, Eltmann und Hofheim sowie vom Gymnasium Ebern nahmen daran teil. Begleitet wurden sie von ihren Lehrkräften.
Im Mittelpunkt standen praktische Erfahrungen und realitätsnahe Übungen. Die Jugendlichen konnten verschiedene Bereiche der Notfallversorgung kennenlernen, ihr bereits vorhandenes Wissen anwenden und sich dabei mit Fachkräften aus Rettungsdienst und Klinik austauschen.
Den Auftakt bildete die Besichtigung eines modernen Rettungswagens. Die Jugendlichen erfuhren, welche umfangreiche medizinische Ausstattung in einem solchen Fahrzeug benötigt wird und wie sie bei schweren Erkrankungen oder Verletzungen eingesetzt wird.
Neben EKG und Defibrillator gehören unter anderem Beatmungs- und Absaugtechnik, Notfallmedikamente sowie eine elektrisch betriebene Fahrtrage zur Ausstattung. Die Schulsanitäter durften einige der Geräte und Hilfsmittel selbst kennenlernen und ausprobieren.
Anschließend ging es für die Gruppe in die Notaufnahme. Dort erhielten die Jugendlichen Einblicke in die Abläufe bei der Aufnahme von Notfallpatienten. Besonderes Augenmerk lag auf dem Schockraum.
Bei besonders schweren Verletzungen oder lebensbedrohlichen Erkrankungen wird ein Patient unmittelbar in diesen speziell ausgestatteten Bereich gebracht. Dort arbeitet ein medizinisches Team eng zusammen, um zunächst die akute Gefahr abzuwenden und den Patienten zu stabilisieren. Anschließend können weitere Untersuchungen und Behandlungen eingeleitet werden.
Für die übrigen Teilnehmer ging es anschließend mit praktischen Übungen weiter. An einer Station beschäftigten sich die Jugendlichen mit der Versorgung verschiedener Verletzungen. Gemeinsam mit Fachkräften aus der Notaufnahme und dem BRK konnten sie das korrekte Anlegen von Verbänden trainieren.
Für besonders anschauliche Übungssituationen sorgten realistisch dargestellte Verletzungen. Dadurch konnten die Schülerinnen und Schüler unter möglichst praxisnahen Bedingungen ausprobieren, wie sie bei unterschiedlichen Wunden vorgehen sollten.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Versorgung bewusstloser Menschen sowie auf den Maßnahmen bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand. Die Jugendlichen wiederholten unter anderem die stabile Seitenlage und übten an Reanimationsphantomen die Wiederbelebung.
Gerade bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand können die ersten Minuten entscheidend sein. Bis professionelle Hilfe eintrifft, kommt es deshalb auf das schnelle und richtige Handeln von Ersthelferinnen und Ersthelfern an.
Zum Abschluss erhielten die Jugendlichen noch Hinweise zur persönlichen Hygiene und zur korrekten Händedesinfektion. Für eine kleine Stärkung standen Getränke und Snacks bereit.
Neben der Auffrischung von Erste-Hilfe-Kenntnissen hatte der Aktionstag noch ein weiteres Ziel: Die Jugendlichen sollten einen möglichst authentischen Eindruck von den unterschiedlichen Tätigkeiten im Rettungsdienst und in einer Klinik bekommen. Haßberg-Kliniken und BRK nutzten die Gelegenheit, mit den Schülerinnen und Schülern über ihren Arbeitsalltag zu sprechen, Fragen zu beantworten und unterschiedliche Tätigkeitsfelder im medizinischen Bereich vorzustellen. Auf diese Weise konnten die Jugendlichen nicht nur ihre praktischen Kenntnisse erweitern, sondern auch erfahren, welche beruflichen Möglichkeiten sich ihnen später in Rettungsdienst, Pflege und Medizin eröffnen.
Autor: Michael Will




