Der 85-Jährige hatte sein Zuhause in Salmsdorf gegen 10 Uhr verlassen. Als er gegen 15 Uhr noch immer nicht zurück war, verständigte sein Sohn die Polizei. Die Beamten leiteten erste Suchmaßnahmen ein und forderten kurz darauf Unterstützung durch Feuerwehren und das Rote Kreuz an. Um 15:45 Uhr wurden die Einsatzkräfte alarmiert, Treffpunkt war das Feuerwehrgerätehaus in Salmsdorf.
Von dort aus sollte die Suche koordiniert werden. Beteiligt waren die Feuerwehren aus Rentweinsdorf und Salmsdorf sowie eine Einheit der Feuerwehr Burgpreppach mit einer Drohne. Insgesamt befanden sich mehrere Dutzend Einsatzkräfte vor Ort.
Auch das Bayerische Rote Kreuz war mit einem umfangreichen Aufgebot vor Ort. Im Einsatz waren der BRK-Einsatzleiter Rettungsdienst, die Schnelleinsatzgruppe „Information und Kommunikation“ (IuK) mit ihrem Einsatzleitwagen sowie die Rettungshundestaffeln des BRK aus den Landkreisen Haßberge und Bad Kissingen. Die Rettungshundestaffel der Feuerwehr Sömmersdorf stand zusätzlich auf Abruf bereit. Zwei Flächensuchhunde und vier Mantrailer wurden eingesetzt, begleitet von mehreren Hundeführern und Helfern.
Die Polizei war mit zwei Streifenbesatzungen aus Ebern und dem Bereich Bamberg-Land beteiligt. Ein Polizeihubschrauber wurde nach Angaben der Polizei zunächst nicht hinzugezogen.
Die Sorge um den Senior war groß. Er war ohne Getränke unterwegs, und bei hochsommerlichen Temperaturen drohte nach mehreren Stunden ohne Flüssigkeitszufuhr eine gefährliche Dehydrierung. Entsprechend war für die Suche erheblicher Zeitdruck geboten.
Nicht nur die Einsatzkräfte hielten Ausschau nach dem Vermissten. Auch Bürger aus Salmsdorf beteiligten sich an der Suche. Den entscheidenden Hinweis beziehungsweise Fund machten schließlich zwei Fahrradfahrerinnen aus dem Ort. Gegen 17:00 Uhr - noch bevor die Suche der Einsatzkräfte mit einem Großaufgebot gestartet wurde - entdeckten sie den 85-Jährigen auf einer Wiese nahe Mauschendorf, etwa 500 Meter südlich von der kleinen Ortschaft entfernt.
Der Fundort lag mehr als zwei Kilometer Luftlinie von seinem Wohnhaus entfernt. Nach Angaben der Polizei war der Mann offenbar zunächst mit seinem Krankenfahrstuhl einen Feldweg entlanggefahren. Dieser endete in der Nähe eines Waldes an einer abschüssigen Wiese. Der Senior fuhr mit seinem Fahrzeug offenbar noch etwa 150 Meter über die Wiese, ehe er im Bereich eines Grabens vermutlich die Kontrolle verlor. Der Krankenfahrstuhl stürzte in den rund einen Meter tiefen Graben – der 85-Jährige blieb hilflos daneben liegen.
Die beiden Radfahrerinnen reagierten sofort und setzten einen Notruf ab. Einsatzkräfte des Roten Kreuzes und der Polizei eilten von Salmsdorf aus zu dem Mann, wenig später traf ein Rettungswagen ein. Nach einer ersten notfallmedizinischen Versorgung wurde der 85-Jährige in eine Klinik gebracht.
Nach Angaben der Polizei war der Mann ansprechbar, wirkte jedoch verwirrt und offensichtlich stark dehydriert. Wie schwer seine gesundheitliche Beeinträchtigung letztlich war, blieb zunächst offen.
Mit dem Auffinden des Vermissten wurde der Sucheinsatz abgebrochen. Für die Einsatzkräfte endete damit ein Nachmittag, der jederzeit hätte anders ausgehen können. Nach mehreren Stunden in der hochsommerlichen Hitze war der Senior gefunden worden – noch rechtzeitig, bevor die Kombination aus Hitze, fehlenden Getränken und seiner misslichen Lage im Graben lebensbedrohlich hätte werden können. Die Erleichterung darüber war bei den beteiligten Einsatzkräften entsprechend groß.
Autor: Michael Will / BRK



