In weiten Teilen des Landkreises kam es aufgrund des massiven Schneefalls zu erheblichen Beeinträchtigungen im morgendlichen Berufsverkehr. Obwohl die Räum- und Streudienste pausenlos im Einsatz waren, waren mehrere Straßen bis zum Mittag nicht bzw. kaum passierbar. Gerade an Steigen und bergigen Siedlungsstraßen ging zum Teil nichts mehr, Autos kamen nicht weiter, blieben liegen, stellten sich auf den Straßen quer und blockierten den Verkehr. Stellenweise fielen bis zu 20 Zentimeter Schnee. Auch am Vormittag und Nachmittag hielt der Schneefall ununterbrochen an.
Aufgrund eines durch die extremen Wetterverhältnisse womöglich zu erwartenden höheren Einsatzaufkommens stellte der BRK-Rettungsdienst Haßberge auf Anfrage der Integrierten Leitstelle (ILS) Schweinfurt bereits ab dem Morgen zusätzliche Einsatzfahrzeuge in Dienst. Regulär sind tagsüber im Landkreis an den vier BRK-Rettungswachen Haßfurt, Ebern, Hofheim und Eltmann sowie den beiden Stellplätzen in Schweinshaupten (BRK) und Untersteinbach (ASB) insgesamt sechs Rettungswagen im Dienst, zudem insgesamt drei Krankentransportwagen an den Rettungswachen Haßfurt und Ebern. Im Zuge der sogenannten Vorhalteerhöhung stellte das Bayerische Rote Kreuz an den Rettungswachen in Haßfurt und Hofheim insgesamt zwei weitere Rettungswagen und einen zusätzlichen Krankentransportwagen in Dienst.
„Wir haben auf die Anfrage der Integrierten Leitstelle umgehend reagiert“, sagt Daniel Schirmer, Leiter Rettungsdienst beim BRK-Kreisverband Haßberge, und sind dem Wunsch nach einer Vorhalteerhöhung im öffentlich-rechtlichen Rettungsdienst schnell nachgekommen. Die zusätzlichen Fahrzeuge wurden durch hauptamtliches Personal besetzt, das teilweise durch Umgestaltung des Dienstplanes und auf Bitten der Rettungsdienstleitung eingesetzt werden konnte.
Die beiden zusätzlichen Rettungswagen, so Schirmer, waren jeweils von 9:00 bis 12:00 Uhr und der Krankentransportwagen von 10:00 bis 14:00 Uhr im Einsatz. Aufgrund der zwar angespannten, aber nicht wie befürchtet womöglich durch die Wetterlage eskalierenden Situation, konnte die zusätzliche Vorhaltung am Mittag beendet werden.
Speziell durch die Wetterlage bedingte schwerwiegendere Einsätze verzeichnete der Rettungsdienst im Landkreis Haßberge nicht. Glücklicherweise gab es bei Rutschpartien keine Schwerverletzten, meistens blieb es bei Blechschäden. Auch sonst kam es bei Fußgängern nicht zu deutlich zunehmenden Verletzungen durch Stürze aufgrund von Schneeglätte.
Wie die Integrierte Leitstelle Schweinfurt auf Anfrage mitteilte, blieb die Lage in den Haßbergen im Vergleich zu den benachbarten Landkreisen und der Stadt Schweinfurt eher ruhig. So waren am Montag im Zeitraum von Mitternacht bis zirka 16:00 Uhr lediglich 22 Notfall-/Notarzteinsätze zu verzeichnen, wie ILS-Schichtführer Adrian Mauer am späten Nachmittag sagte. Das entspricht insgesamt einem wie auch sonst eher regulären Einsatzgeschehen.
Dankbar zeigte sich Marcel Thein, Leiter der Integrierten Leitstelle Schweinfurt, der in enger Abstimmung mit dem Schichtführer notwendige Maßnahmen bereits am frühen Morgen abstimmte. „Ich schätze die gute Zusammenarbeit mit den Rettungsdienstleitern sehr“, sagte Thein und hob gleichzeitig im gesamten Zuständigkeitsgebiet „die gute Einsatzbereitschaft für die Spitzenabdeckung hervor“.
Der Zuständigkeitsbereich der ILS Schweinfurt umfasst die Landkreise Bad Kissingen, Haßberge, Rhön-Grabfeld, Schweinfurt und die kreisfreie Stadt Schweinfurt. Damit stellt die ILS Schweinfurt flächenmäßig die drittgrößte ILS in Bayern dar. Das Gebiet ist knapp 4000 Quadratkilometer groß, zirka 435.000 Bürgerinnen und Bürger leben hier.
Wegen der Wettersituation wurde am Montag der Präsenzunterricht für die Schulen im Landkreis Haßberge abgesagt, da nach offiziellen Mitteilungen ein sicherer Schulweg nicht garantiert werden konnte. Bis zum Montagabend (Stand: 19:50 Uhr) lagen keine offiziellen Meldungen vor, dass der Präsenzunterricht auch am Dienstag ausfallen wird.
Nach Wettervorhersagen soll es in der Nacht zum Dienstag stellenweise noch leicht schneien, überwiegend soll es aber bedeckt sein. Massive Schneefälle seien demnach nicht mehr zu erwarten. Der Deutsche Wetterdienst hat allerdings für den Zeitraum von Montag, 22:00 Uhr, bis Dienstag, 8:00 Uhr, eine Warnmeldung wegen „markanter Glätte“ für den Landkreis Haßberge herausgegeben. Demnach besteht erhöhte Glättegefahr durch gefrierende Nässe.
Autor: Michael Will


