Für BRK-Kreisvorsitzenden Wilhelm Schneider ging mit der Eröffnung zum 1. Oktober ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung. Die Schaffung einer Kurzzeitpflege sei seit vielen Jahren sein Herzensanliegen gewesen und zugleich ein wichtiger Schritt für die Weiterentwicklung der Pflegeangebote im Landkreis Haßberge. „Die Bevölkerung lechzt nach Plätzen für Kurzzeitpflege“, betonte Schneider. Die hohe Auslastung bereits in den ersten Wochen bestätige, dass die Entscheidung richtig gewesen sei. Unter den ersten Gästen seien auch Bürger aus dem Steigerwald gewesen. Das zeige die Bedeutung der Einrichtung für Ebern und Umgebung, den Landkreis und die gesamte Region.
Rund 75 Prozent aller Pflegebedürftigen würden zu Hause versorgt, hob Schneider hervor. Pflegenden Angehörigen komme daher eine zentrale Bedeutung zu. Gleichzeitig fehle es deutschlandweit an vielen Pflegefachkräften. Umso wichtiger seien wohnortnahe Kurzzeitpflegeplätze, die Angehörige entlasteten und Pflegebedürftigen eine professionelle Versorgung auf Zeit ermöglichten.
Besonders wichtig sei das Angebot nach einem Krankenhausaufenthalt. Weil die Verweildauer in den Kliniken sinke, seien manche Patienten bei ihrer Entlassung noch nicht fit genug, um in ihr gewohntes Zuhause zurückzukehren. Betroffene und Angehörige stünden dann häufig vor der Frage, wie die weitere Versorgung sichergestellt werden könne. Die Kurzzeitpflege schaffe hier eine wichtige Übergangslösung.
Besonders erfreut zeigte sich der BRK-Kreisvorsitzende und ehemalige Landrat darüber, dass die Kurzzeitpflege im ehemaligen Krankenhaus Ebern eingerichtet werden konnte. Das Gebäude sei über Jahrzehnte ein wichtiger Ort der medizinischen Versorgung gewesen. Nach den Veränderungen der vergangenen Jahre hätten Teile leer gestanden. Nun kehre wieder Leben ein: Aus einem Ort der medizinischen Versorgung sei ein Ort der Pflege, Begleitung und Fürsorge geworden. Damit werde die Geschichte des Hauses in neuer Form fortgeführt und zugleich der Standort Ebern gestärkt.
Auch Landrat Michael Ziegler gratulierte zur Eröffnung. Es sei toll, dass der Umbau in so kurzer Zeit gelungen sei. Die Einrichtung diene dem Wohl der Stadt Ebern und des gesamten Landkreises. Besonders erfreut zeigte sich Ziegler darüber, dass der Landkreis für das ehemalige Krankenhaus eine sinnvolle Nachnutzung gefunden habe. Die BRK-Kurzzeitpflege sei dafür ein wichtiger Baustein.
Landtagsabgeordneter Steffen Vogel begrüßte ebenfalls, dass im Landkreis nun eine solitäre Kurzzeitpflege vorgehalten werden könne. Damit werde eine Versorgungslücke geschlossen, die viele Familien bei der erfolglosen Suche nach einem Platz für ihre Angehörigen unmittelbar erlebt hätten. Vogel dankte dem ehemaligen Landrat Wilhelm Schneider für dessen langjähriges Bestreben, eine Kurzzeitpflege im ehemaligen Krankenhaus zu etablieren. Damit habe er wichtige Weichen für die Zukunft gestellt. Angesichts der in den kommenden Jahrzehnten stark steigenden Zahl pflegebedürftiger Menschen werde das Angebot weiter an Bedeutung gewinnen.
Eberns Bürgermeisterin Isabell Zimmer brachte ihre Freude über die neue Nutzung des Gebäudes mit den Worten auf den Punkt: „Es ist schön, dass wieder Licht im ehemaligen Krankenhaus brennt.“ Wie groß der Bedarf sei, wisse sie aus Erzählungen von Bürgern, die für Angehörige einen Kurzzeitpflegeplatz gesucht und bei Einrichtungen aus nah und fern mehr als 40 Absagen erhalten hätten. Die neue Einrichtung biete Familien eine dringend benötigte Anlaufstelle.
Für den BRK-Kreisverband Haßberge ist der Betrieb der Kurzzeitpflege Neuland. Kreisvorsitzender Wilhelm Schneider bezeichnete das Vorhaben als Abenteuer, da dieser Geschäftsbereich im bisherigen Angebotsspektrum des Kreisverbandes völlig neu sei. Die ersten Erfahrungen seien jedoch ermutigend, für die nächste Zeit sei sogar eine Vollbelegung gesichert.
Das Rote Kreuz verstehe sich nicht nur als Hilfsorganisation, sondern als verlässlicher Partner der Menschen in allen Lebenslagen, erklärte Schneider. Die Einrichtung solle deshalb mehr sein als ein Ort mit zusätzlichen Pflegeplätzen. Menschlichkeit, Verantwortung und gelebte Gemeinschaft müssten den Alltag prägen. Neben fachgerechter Pflege seien persönliche Zuwendung, Geborgenheit und Vertrauen entscheidend, gerade in einer Lebensphase, die für Betroffene und Angehörige oft mit Unsicherheit verbunden sei.
Dass dieses Anliegen bereits spürbar wird, zeigt das Beispiel von Erich Will. Der 90-Jährige gehört zu den aktuellen Kurzzeitgästen und dankte den Verantwortlichen für die neue Einrichtung. Dem Vernehmen nach fühlt er sich dort gut aufgehoben und versorgt.
Pfarrer Gregor Sauer nahm die kirchliche Segnung der Räumlichkeiten vor. Einrichtungsleiterin Christin Ebert bedankte sich bei Kreisgeschäftsführerin Carina Küfner, der stellvertretenden Pflegedienstleiterin Miriam Reinwand und Suzan Albert aus der Verwaltung für ihre engagierte Unterstützung in den Wochen vor der Eröffnung.
Auch Wilhelm Schneider würdigte die Mitarbeitenden, Planer, Handwerksbetriebe und Unterstützer, die zur Verwirklichung des Projekts beigetragen hätten. Ohne deren Engagement und Zusammenarbeit wäre die Umsetzung nicht möglich gewesen.
Autor: Michael Will | BRK




















