Bereitschaften im Notfall Foto: A. Zelck / DRKS
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Ingrid Böllner

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Menschen in Not schnell und wirksam zu helfen, das ist von jeher das große Ziel der Bereitschaften des Bayerischen Roten Kreuzes.

Knapp 43.000 Frauen, Männer und Jugendliche helfen in den Bereitschaften Verletzten, Kranken, alten Menschen, Behinderten sowie jedem der der Hilfe bedarf, an über 900 Standorten in ganz Bayern, freiwillig und unentgeltlich.

Bereitschaften vor Ort - im Landkreis Haßberge

"Da ist für jeden etwas dabei"

Interview mit unserem neuen Kreisbereitschaftsleiter Stefan Funck:

Kreisbereitschaftsleiter Stefan Funck freut sich auf seine neue Aufgabe. Das BRK bietet eine enorme Bandbreite an Betätigungsmöglichkeiten. Er selbst hat beim Roten Kreuz sogar seine Frau kennen gelernt.

Königsberg - Stefan Funck aus Eltmann ist bei der Mitgliederversammlung des BRK-Kreisverbandes Haßberge am Freitagabend in Königsberg zum neuen Kreisbereitschaftsleiter gewählt worden. Stellvertretende Kreisbereitschaftsleiterin wurde Brigitte Körpert. Unser Mitarbeiter Michael Will sprach mit Stefan Funck über sein Aufgabengebiet, die Herausforderungen und das Ehrenamt.

Sie sind am Freitag zum BRK-Kreisbereitschaftsleiter gewählt worden. Welche Aufgaben hat ein Kreisbereitschaftsleiter?

Der Kreisbereitschaftsleiter und sein Stellvertreter sind Mitglieder des Vorstands im Kreisverband und vertreten dort die Interessen der Bereitschaften ihrer Verbandsstufe.

Der Kreisbereitschaftsleitung obliegt zusätzlich die Kontrolle der Einhaltung sicherheits- und einsatzrelevanter organisationsinterner und externer Vorgaben, die Erstellung eines jährlichen Haushalts- und Finanzplanes, die Umsetzung der Beschlüsse des Kreisausschusses, ein guter Informationsfluss zwischen Bezirksebene und den örtlichen Bereitschaften sowie die Verantwortung für Einsätze, Übungen und Veranstaltungen, bei denen mehrere Bereitschaften zusammenwirken.

Welche Aufgaben erfüllen die Bereitschaften innerhalb des Roten Kreuzes?

Die Bereitschaften sind neben der Wasserwacht, der Bergwacht und dem Jugendrotkreuz eine der vier Gemeinschaften im BRK. Ihre Aufgaben sind breit gefächert. Die Kernkompetenz ist der Sanitätsdienst und der Betreuungsdienst. Viele unserer Mitglieder engagieren sich darüber hinaus noch ehrenamtlich im Rettungsdienst, bei der Mittelbeschaffung sowie in der sozialen Arbeit...

....und auch im Katastrophenschutz.

Ja, im Katastrophenschutz decken wir ein großes Spektrum ab. Wir halten Schnelleinsatzgruppen in den verschiedensten Fachdiensten vor: "SEG Transport", "SEG Behandlung", "SEG Verpflegung", "SEG Betreuung". Weiterhin gibt es im Landkreis Haßberge noch unterstützende Fachdienste, die auch entsprechende Einheiten stellen: "Technik + Sicherheit", "Information und Kommunikation", "CBRN(E) (früher ABC-Dienst)" sowie eine Rettungshundestaffel.

Wie viele Bereitschaften gibt es im Landkreis, wie viele Mitglieder haben sie?

Es gibt derzeit 13 Bereitschaften mit 519 Mitgliedern.

Wo sehen Sie Ihre größten Herausforderungen in Ihrem Amt, was wollen Sie als erstes angehen?

Eine der größten Herausforderungen wird es sein, die Weiterentwicklung der einzelnen Bereitschaften bei uns im Landkreis zu begleiten. Natürlich gehen auch an uns gesellschaftliche Probleme nicht spurlos vorüber. Die demografische Entwicklung trifft uns ebenso wie das vielfältige Freizeitangebot für Jugendliche, mit dem wir letztlich konkurrieren müssen. Deshalb kann eine Bereitschaft sich nur dann positiv entwickeln, wenn sich die Leitungskräfte am Puls der Zeit orientieren und ihren Mitgliedern Anerkennung und einen attraktiven Handlungsspielraum bieten.

Für ein solches Ehrenamt müssen Sie sicher viel Freizeit opfern?

Ich bin hauptberuflich Lehrer an der Grundschule Zeil-Sand. Bei den Korrekturen und Unterrichtsvorbereitungen bin ich zeitlich zum Glück recht flexibel und kann daher oft bereits am Nachmittag "Rotkreuz-Termine" wahrnehmen. Das Rote Kreuz war eigentlich schon immer mein größtes Hobby. Deshalb habe ich hier schon immer einen Großteil meiner Freizeit investiert. Natürlich wird die Arbeit als Kreisbereitschaftsleiter zusätzliche Zeit in Anspruch nehmen.

Wie sind Sie zum BRK gekommen, welche Funktionen haben Sie dort schon ausgeübt?

Ich bin 1978 ins Jugendrotkreuz eingetreten. Später übernahm ich beim JRK in Eltmann die Funktion des Gruppenleiters. Bei der Bereitschaft Eltmann bin ich seit 20 Jahren Bereitschaftsleiter. Weiterhin bin ich seit Jahren Fachdienstleiter IuK (Information und Kommunikation - früher: Fernmeldedienst) auf Kreis-, Bezirks- und Landesebene.

Was war Ihr bislang schönstes Erlebnis beim BRK?

Schöne Erlebnisse gibt es beim Roten Kreuz zum Glück immer wieder. Andernfalls wäre ich wohl nicht schon seit 35 Jahren dabei. Zu den interessantesten Einsätzen zählen sicherlich die Hilfe bei der Flutkatastrophe in Dresden, die geschichtsträchtigen Ereignisse vor und nach der Öffnung der ehemaligen Zonengrenze und der Einsatz im Rahmen der Fußball-WM 2006.
Und: Beim Roten Kreuz habe ich meine Frau kennen gelernt.

Das BRK setzt in hohem Maße auf ehrenamtliches Engagement. Lassen sich Jugendliche dafür begeistern?

Aus meiner Sicht ist das Tolle am Roten Kreuz die enorme Bandbreite der Betätigungsmöglichkeiten. Die meisten Menschen denken, wenn vom Roten Kreuz die Rede ist, nur an den Rettungsdienst. Dies ist aber nur ein Aspekt unserer Tätigkeiten. Ein potentieller Ehrenamtlicher hat zunächst die Wahl, in welcher Gemeinschaft er aktiv werden möchte. Wasserwacht, Bergwacht (da haben wir im Landkreis keine Einheiten) oder die Bereitschaften. Nach durchlaufener Grundausbildung kann das neue Mitglied dann weiterführende Fachausbildungen bzw. Führungsausbildungen durchlaufen. Den Schwerpunkt kann man dann individuell setzen. Wir brauchen Techniker, EDV-Leute, Fernmelder, Köche, Sanitäter, Betreuer und vieles mehr. Da ist sicher für jeden etwas dabei. Das Argument "Ich kann kein Blut sehen" ist also keineswegs ein Ausschlusskriterium für eine erfüllende Tätigkeit im Roten Kreuz.

Als Kreisbereitschaftsleiter sind Sie Mittler zwischen den Bereitschaften und dem Geschäftsführer bzw. Vorstand. Welche Wünsche haben Sie an die Verantwortungsträger im Kreisverband im Hinblick auf Ihre künftige Arbeit und die der Bereitschaften?

Im Hinblick auf die Zusammenarbeit mit der Geschäftsführung und dem Vorstand des Kreisverbands wünsche ich mir, dass alles so bleibt, wie es ist. Mit Dieter Greger haben wir einen sehr kompetenten Kreisgeschäftsführer, der immer ein offenes Ohr für das Ehrenamt hat. Es versteht sich von selbst, dass die sehr komplexen Aufgaben der Bereitschaften nur mit entsprechender finanzieller Ausstattung erfüllt werden können.

Und Geld steht ausreichend zur Verfügung?

In der Vergangenheit haben wir immer einen Weg gefunden, die notwendige Ausrüstung zu finanzieren. Meine bisherigen Erfahrungen mit dem Vorstand kann ich nur positiv bewerten. Die Arbeit ist geprägt von gegenseitigem Interesse und Respekt.

Das klingt nach Harmonie...

Das heißt nicht, dass immer nur "Friede, Freude, Eierkuchen" unter allen Beteiligten herrscht. Wie in jeder Familie kann es auch in der "Rotkreuz-Familie" durchaus einmal lauter zugehen, wenn es unterschiedliche Standpunkte gibt. Wichtig, und das konnten wir in der Vergangenheit immer erreichen, ist aber der Umgang "auf Augenhöhe". Nur so kann man nach einer kontroversen Auseinandersetzung wieder konstruktiv zusammenarbeiten.